
Art Advice zu Hause mit Nicole Kavander
Kürzlich haben wir die Reiseautorin Nicole Kavander zu Hause besucht, um ihr bei der Auswahl von Kunstwerken für verschiedene Räume zu helfen. Das Ziel war nicht, ein poliertes, showroomartiges Zuhause zu schaffen, sondern ein warmes, durchdachtes und persönliches Zuhause, das sich wie über Jahre gewachsen anfühlt. Nicole und ihr Partner Alex legten Wert darauf, dass nicht jeder Raum aufeinander abgestimmt sein sollte, der Gesamteindruck aber dennoch harmonisch wirkt.
Nicole ist eine unglaublich energiegeladene, herzliche und fröhliche Person und hat uns mit offenen Armen in ihr Zuhause empfangen. Sie führte uns durch die Räume und erklärte, wofür jeder einzelne genutzt wird und was ihr und Alex bei der Auswahl von Kunst wichtig ist – so bekamen wir einen wunderbaren Einblick, wie man ihre beiden Persönlichkeiten und Stile in Einklang bringen kann.
Unser Art Advisor Sanna nahm die Herausforderung an und entwickelte vier verschiedene Ästhetiken, die sich in sich vollständig anfühlen, die Geschichte eines gemeinsamen Lebens erzählen und jeden Raum mit Identität und Wirkung bereichern. Hier erfährst du, wie.

Das Wohnzimmer - ein Stück, das den Raum vervollständigt
Das Wohnzimmer wird von Nicole als 'brodelnd' beschrieben. Es besticht durch eine Tapete mit einem ausdrucksstarken botanischen Muster in einer beeindruckenden Palette aus beruhigenden Grün- und Blautönen. Um sicherzustellen, dass das Kunstwerk nicht mit dem ohnehin kräftigen Muster konkurriert, wählte Sanna ein großes, figuratives Stück in Kontrastfarben, das dem Raum eine ganz neue Dimension verleiht. Das Werk, eines unserer meistverkauften Kunstwerke von Studio Vreeken, einem niederländischen Künstler, feiert die Freude am Zusammenkommen – und ist damit ideal für einen gemeinschaftlichen Bereich wie das Wohnzimmer.
Tipp: Du musst nicht jede Wand füllen. In einem Raum, in dem bereits viel passiert, kann ein einzelnes Stück alles harmonisch zusammenbringen.

Das Fernsehzimmer - eine kuratierte, aber nicht aufeinander abgestimmte Bilderwand
Im Fernsehzimmer gab es eine große Wand, auf der Nicole und Alex ein warmes Hotel-Lounge-Feeling mit einer großen Bilderwand erschaffen wollten. Nicoles Vorgabe war ein Mix aus Stilen und Größen: malerisch, abstrakt, architektonisch, fotografisch und etwas mit ein wenig mehr Grafik. In der Bilderwand, die Sanna gestaltet hat, steckt echte Vielfalt – verbunden durch einen starken roten Faden in der Farbpalette. Dieses Zimmer ist vielleicht das beste Beispiel für kuratiert, nicht perfekt passend.
Tipp: Eine Bilderwand muss nicht aus Postern bestehen, die aufeinander abgestimmt sind. Achte auf kleine Verbindungen in Farbe und Form und trau dich, verschiedene Stile zu kombinieren.
Das Treppenhaus - ein Statement-Piece
Ein Treppenhaus ist ein viel frequentierter Bereich des Hauses, den man täglich durchquert. In Nicoles und Alex' Zuhause gibt es einen hohen, luftigen Raum. Nicole beschreibt ihn als den „Premium-Moment"" des Hauses und wollte einem eindrucksvollen Kunstwerk Raum geben, anstatt eine klassische Poster-Lösung zu wählen. Hier entschied sich Sanna für die entgegengesetzte Lösung wie im TV-Zimmer und wählte ein einzelnes Kunstwerk aus, das in dem Raum für sich allein stehen kann. Das ausgewählte Werk ist ein wunderschön strukturiertes Stück der schwedischen Künstlerin Anna Mörner.
Tipp: Arbeite mit der Architektur des Raumes, wenn du Kunst auswählst. Manchmal kann ein einzelnes Werk in einem ungewöhnlichen Raum mehr Wirkung erzielen als mehrere kleinere.

Alex' Zimmer – mehr Persönlichkeit und Energie.
In Alex' Büro und Gaming-Zimmer wollten beide ein ganz anderes Gefühl als im Rest des Hauses schaffen. Da die Kunst während Videoanrufen den Hintergrund für Alex bilden würde, war die Vorgabe konkret: Es sollte mehr grafische urbane Einflüsse enthalten – genauer gesagt, sollte es das Flair eines kreativen Studios, das auf eine Tokyo Record Bar trifft, vermitteln. Das Ergebnis ist deutlich grafischer, farbenfroher und verspielter als die anderen Bereiche des Hauses.
Tipp: Mach dir keine Gedanken darüber, ob jedes Zimmer denselben Stil hat – lass die Person, die den Raum tatsächlich nutzt, die Kunstauswahl beeinflussen. Das macht das Zuhause persönlicher.














